PROJEKTBESCHREIBUNG

IDEE

Die IT-Wirtschaft kennzeichnet sich durch wachsenden internationalen Wettbewerb, kurze Innovationszyklen und projektförmige Arbeitszusammenhänge. Daraus resultieren Arbeitsbedingungen, die mit ihren hohen Flexibilitätsanforderungen auf Dauer auch hochgradig psychisch belastend sein können. Bei einer wachsenden Zahl von IT-Fachleuten lassen sich deshalb immer häufiger Erschöpfungssymptome, gesundheitliche Beeinträchtigungen und vorzeitige Leistungseinbußen beobachten.

Dabei erweisen sich viele klassische Methoden der Arbeitsgestaltung oder Stressprävention im Bereich der „Wissensarbeit" als „zahnlose Tiger". So werden etwa Maßnahmen zur Arbeitszeitbegrenzung nicht selten als Hindernis bei der fristgerechten Aufgabenbewältigung erlebt denn als Schutz vor Überlastung. Andererseits führen rein verhaltensorientierte Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zu wenig dauerhaften Erfolgen, weil sie in der Regel lediglich Symptome zu kurieren versuchen, jedoch kaum ganzheitlich nach den besonderen Ursachen und Hintergründen vorwiegend psychischer Belastungen fragen. Insbesondere die spezifischen Anforderungen und Problemlagen unterschiedlicher Altersgruppen in der Belegschaft der IT-Unternehmen bleiben dabei oftmals unberücksichtigt - je nach Karrierephase, beruflicher Rolle und Lebenssituation können sich hier jedoch die Präventionsbedarfe für die Beschäftigten der IT-Wirtschaft mitunter deutlich unterscheiden.

Diese besondere Situation erfordert spezifische Präventionsansätze, die im Projekt „Demografischer Wandel und Prävention in der IT"(DIWA-IT) entwickelt und verbreitet werden sollen. Zentrale Fragestellung des Projekts DIWA-IT ist deshalb, wie Beschäftigte in der IT-Wirtschaft trotz hoher psychomentaler Belastungen gesund bleiben können, und ihre Arbeitsfähigkeit über unterschiedliche Arbeitslebensphasen mit wechselnden Belastungen hinweg erhalten und weiterentwickelt werden kann.

ZIEL

Bisher spielten in den Unternehmen der IT-Wirtschaft Fragen einer altersgerechten und präventiv ausgerichteten betrieblichen Personalpolitik angesichts häufig eher junger Belegschaften eine untergeordnete Rolle. Es zeichnet sich allerdings ab, dass der Altersstrukturwandel auch in der „jungen" IT-Wirtschaft eine Herausforderung für die zukünftige Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit darstellt. Während die Branche bis Anfang 2000 durch überwiegend junge, hochqualifizierte, männliche Mitarbeiter gekennzeichnet war, sind die Belegschaften in den vergangenen Jahren zunehmend „gealtert". Gerade mit Blick auf die sinkenden Absolventenzahlen in den informationstechnischen Studiengängen und dem sich damit abzeichnenden Fachkräftemangel entsteht deshalb Handlungsbedarf.

DIWA-IT verfolgt das Ziel, innovative Ansätze einer demografiegerechten und präventiven Personalpolitik in der IT-Wirtschaft zu identifizieren, weiterzuentwickeln und zu verbreiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung von Konzepten, die die besonderen Rahmenbedingungen moderner „Wissensarbeit" angemessen berücksichtigen, und die geeignet sind, die Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit der „Wissensarbeiter" über den gesamten Erwerbsverlauf hinweg zu fördern und zu erhalten.
Das Projekt verfolgt folgende Teilziele:

  • Schärfung des Problembewusstseins für Fragen des demografischen Wandels und der Prävention in Unternehmen und Verbänden in der IT-Wirtschaft.
  • Identifikation von guten Praxislösungen im Bereich Arbeitsgestaltung und Unternehmenskultur, die einen förderlichen Einfluss auf die Gesunderhaltung von Beschäftigten haben.
  • Entwicklung und Erprobung von Präventionskonzepten unter besonderer Berücksichtigung von arbeitslebensphasenspezifischen Präventionsbedarfen (Berufseinstieg, Führung, Familienphase, ältere Beschäftigte).
  • Aufbau einer themenbezogenen Akteursallianz mit Vertretern aus Unternehmen, Verbänden der IT-Wirtschaft und Präventionsdienstleistern mit dem Ziel des Austauschs und der Verbreitung präventiver Gestaltungsideen.

ARBEITSSCHRITTE

Das Projekt ist als praxis- und gestaltungsorientiertes Forschungsprojekt konzipiert. Es umfasst folgende Arbeitsschritte:

  • Aufbau und Zusammenführung einer Akteursallianz zur Prävention in der IT Wirtschaft
  • Analyse von IT-spezifischen Gestaltungsbedarfen und -feldern
  • Entwicklung und Erprobung von arbeitslebensphasenorientierten Präventionskonzepten in Pilotunternehmen
  • Evaluation und Wirksamkeitsbewertung der Präventionskonzepte
  • Praxisorientierte Aufbereitung der Erkenntnisse und Transfer